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Aktuelles Heft: "Offenes Heft" - Editorial

Die letzte Ausgabe des Jahrgangs 2011 ist ein »offenes Heft« mit Beiträgen zu unterschiedlichen Themen.

Ulrike Zartler und Martina Beham befassen sich in ihrem Artikel »Alleinerziehen« mit alltäglichen Herausforderungen von Alleinerziehenden in Österreich. Auf Basis statistischer Erhebungen und qualitativer Interviews beschreiben sie besondere Problembereiche, die sich aufgrund des Umgangs mit knappen Ressourcen ergeben, und stellen Bewältigungsstrategien vor.

»Die Besteuerung von Vermögen in Österreich aus sozialethischer Perspektive« ist Thema des Beitrags von Helmut P. Gaisbauer, Gottfried Schweiger und Clemens ­Sedmak. Die Autoren bieten zunächst einen Überblick zur Verteilung von Vermögen in Österreich und dokumentieren steuerpolitische Entwicklungen der Besteuerung von Vermögen. Darauf folgt der Grundriss einer Steuerethik, auf dessen Basis für eine ­progressive Vermögensbesteuerung plädiert wird. Die Autoren erläutern abschließend einen konkreten Vorschlag für die Besteuerung von Geld- und Immobilienvermögen.

Franz Kolland vermittelt einen Überblick zu gesellschaftlichen Dimensionen von Frailty, einem Konzept von Gebrechlichkeit, das Aspekte von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren miteinander in Verbindung bringt. Der Autor präsentiert unterschiedliche Forschungszugänge in Bezug auf die sozialen Determinanten von Gebrechlichkeit sowie in Bezug auf Umgangsformen und Gestaltungsmöglichkeiten. Kolland schließt mit einem Ausblick auf in der Literatur entworfene Handlungsstrategien, die Alternativen zu einer lediglich passiven Akzeptanz von Gebrechlichkeit eröffnen.

Roswitha Breckner befasst sich mit der Konstruktion von Eigenheit und Fremdheit im öffentlichen Bilderraum: Konkreter Untersuchungsgegenstand sind Plakatmotive in Wien. Breckner zeigt auf, wie in der Präsentation und Betrachtung von Bildern über soziale Interaktionen Typisierungen von Eigenheit und Fremdheit hergestellt werden. Typisierungen von »uns« und »den anderen« lassen sich demnach nicht vermeiden, sollten aber im Hinblick auf negative, abwertende und hierarchisierende Stereotype hinterfragt werden.

Unter dem Titel »Intelligente Mobilität« untersuchen Gerit Götzenbrucker und Margarita Köhl Potenziale und Wirkungen von multimodalen Verkehrsinformationssystemen am Beispiel des Wiener Routenplaners AnachB.at. Die Autorinnen analysieren sowohl Ergebnisse einer Delphi-Befragung von ExpertInnen als auch Befragungsergebnisse von NutzerInnen von AnachB.at. Sie diskutieren unterschiedliche Entwicklungsszenarien und kommen zu dem Schluss, dass multimodale Verkehrsinformationssysteme für möglichst viele NutzerInnen zugänglich sein und im Sinne ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit gestaltet werden sollen.