Abstracts
Heft 2/2010 (Deutsch)
Stefan Lücking / Susanne Pernicka: Der Kampf um »geistige Eigentumsrechte« am Beispiel der Europäischen Richtlinie über Softwarepatente
In der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die Neudefinition geistiger Eigentumsrechte in der Europäischen Union spielen die Gewerkschaften bisher kaum eine Rolle. Dabei wirkt sich die Ordnung des sog. Immaterialgüterrechts unmittelbar auf die Rechte von ArbeitnehmerInnen und Selbstständigen und auf das Kräfteverhältnis von Arbeit und Kapital aus. Der Beitrag zielt darauf ab, eine theoretisch-konzeptionelle Einbettung des Immaterialgüterrechts im arbeitsweltlichen Wandel in Richtung Dienstleistungs- und Wissenschaftsgesellschaft vorzunehmen. Am Beispiel der Software-Entwicklung wird aufgezeigt, wie Unternehmen versuchen, sich die Arbeit von ProgrammiererInnen anzueignen und diese zu kontrollieren. Dabei fragen wir nach der Interessen-genese auf EU-Ebene sowie nach der Rolle und dem Verhalten von deutschen und österreichischen Arbeitnehmervertretungen. Wir kommen zum Schluss, dass weder die Bedeutungszunahme von Wissensarbeit noch die Entwicklung neuer Konfliktlinien zwischen Arbeit und Kapital bisher umfassende Antworten der Gewerkschaften hervorgerufen haben.
Andere Abstracts in diesem Heft:
- Die Konstruktion nationaler Identität in der österreichischen und Schweizer Sportberichterstattung – eine qualitative Inhaltsanalyse zur Fußball-Europameisterschaft 2008
- Bedingung oder Bereicherung? Nichtstaatliche AkteurInnen in der Offenen Methode der Koordinierung zur sozialen Eingliederung in Österreich
- Umsetzung von Gender Mainstreaming in der ländlichen Entwicklung in Österreich – Versäumnisse und Perspektiven
- »Wir lassen es jetzt drauf ankommen« – Deutungen von Empfängnisverhütung am Beispiel späten Kinderwunsches
- Zum Sozialprestige von Musikstilen in Österreich – Diskussion der Problematik von Musikpräferenzerhebungen anhand ausgewählter Ergebnisse der Studie »Wozu Musik?«
