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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 1/2021 (Deutsch)

Gerlinde Mauerer: Work-Life-Balance und geschlechterspezifische Vorannahmen am Arbeitsplatz: Ergebnisse aus der empirischen Forschung zu Elternkarenzen in Österreich

Im Artikel werden Ergebnisse aus der empirischen Forschung zu Elternkarenzen in Österreich präsentiert. Sie zeigen, dass Eltern, die bestrebt sind, geschlechterspezifischer Ungleichheiten in der Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zu beseitigen, gegen geschlechterspezifische Normierungen ankämpfen. Arbeitgeber*innen und Personen im sozialen Umfeld gehen nach der Geburt eines Kindes mehrheitlich nicht davon aus, dass sich Väter gleichberechtigt an Kinderbetreuung und -erziehung beteiligen werden. Männer in Elternkarenz werden daher als Ausnahmeväter betrachtet. Demgegenüber gelten Frauen, insbesondere wenn sie nach dem Mutterschutz wieder (Vollzeit) arbeiten wollen, als ungewöhnlich. Duale elterliche Aufteilungen von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung sind auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene noch nicht umgesetzt. Vielmehr zeigt sich eine Verstärkung traditioneller, geschlechterspezifischer Ungleichheiten und Vorerwartungen an Männer und Frauen durch Elternschaft. Auswirkungen der Covid-19-Virus-Pandemie begünstigen diese Tendenz in der Sphäre der Erwerbsarbeit sowie in der Kinderbetreuung.

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