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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 1/2020 (Deutsch)

Melanie Schaur/ Angela Wegscheider: Daheim oder Heim? Wohnen und Selbstbestimmt Leben für Menschen mit Behinderungen in Österreich

Der Bereich Wohnen in der Behindertenhilfe, der in den Bundesländern unterschiedlich gestaltet ist, kennt stationäre, mobile, assistierende und monetäre Leistungen. Der vorliegende Artikel präsentiert die Ergebnisse einer vergleichenden Studie zu diesen Leistungen in Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg. Mit Hilfe einer Dokumentenanalyse wurden der gesetzliche Rahmen und mit einer Sekundärdatenanalyse die Leistungen für die Jahre 2008 bis 2016 verglichen. Forschungsziel war es, auszuloten, in welche Richtung sich die Wohn- und Assistenzleistungen in den einzelnen Ländern entwickelt haben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entwicklungen in der Ausgestaltung und im Angebot nicht zwingend mit den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention einhergehen. Die unterschiedliche Aufbereitung der Sozialberichte bewirkte eine prekäre und unvollständige Datensammlung, die den Vergleich der rechtlich ähnlich gestalteten Leistungskategorien erschwerte. Das stationäre Angebot war in Oberösterreich und in Vorarlberg rückläufig, für die Steiermark, Kärnten und Tirol waren keine Daten für Zeitverlaufsanalysen verfügbar. Das Budget für stationäre Leistungen sank in den betrachteten Bundesländern, während jenes für mobile, assistierende und monetäre Leistungen zunahm. Die Entwicklungsanalyse zeigte, dass der Prozess der De-Institutionalisierung, d. h. die Verringerung stationärer Wohnformen, schleppend und langsam vor sich geht.

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