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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 1/2020 (Deutsch)

Wolfgang Aschauer: Zur Analyse und Erklärung antimuslimischer Ressentiments in Österreich. Die Dynamiken islamkritischer Haltungen unter besonderer Berücksichtigung religiöser Einstellungen

Terroristische Anschläge, Fluchtbewegungen aus Krisenregionen sowie Integrationshürden für muslimische Zugewanderte nähren europaweit Ängste vor dem Islam, wobei MuslimInnen vielfach allzu verallgemeinernd als Angehörige einer Gegenwelt, die mit dem Westen als nicht kompatibel erscheint, betrachtet werden. Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse einer repräsentativen Studie (Sozialer Survey Österreich 2018) präsentiert, die erstmals eine differenzierte Erhebung antimuslimischer Ressentiments beinhaltet. Zusätzlich erfolgt über ein elaboriertes Strukturgleichungsmodell eine Pfadanalyse, um die Dynamiken der islamkritischen Haltungen unter besonderer Berücksichtigung religiöser Einstellungen und Praktiken der ÖsterreicherInnen nachzuzeichnen. Analysiert man das Ausmaß antimuslimischer Ressentiments in Österreich, so wird eine dominant kritische Sichtweise deutlich. Vielschichtig sind jedoch die Einflüsse religiöser Orientierungen: Während konventionelle religiöse Praktiken und abergläubische Haltungen Animositäten verstärken, bewirken inklusive religiöse Haltungen und individuelle Praktiken der Spiritualität tolerantere Haltungen. Aktuelle Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Österreich betreffen also weniger das interreligiöse Miteinander, sondern kreisen viel stärker um Fragen der Anerkennung, Identität und Zugehörigkeit.

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