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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 1/2020 (Deutsch)

Liriam Sponholz: Der Begriff „Hate Speech“ in der deutschsprachigen Forschung. Eine empirische Begriffsanalyse

Hate Speech erfährt im deutschsprachigen Raum seit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ 2015 eine enorme Aufmerksamkeit. Diese Konjunktur des Themas rückt auf der einen Seite das Problem in den öffentlichen Fokus, trägt aber auch dazu bei, dass der mehrdeutige Begriff noch mehr an Konturen verliert, was negative soziale und politische Folgen zeitigen kann. Auch die deutschsprachige Forschung hat sich des Themas angenommen. Was aber bedeutet der Begriff „Hate Speech“ in der deutschsprachigen Forschung? Wird die ursprüngliche Definition aus der critical race theory übernommen oder wird mit unterschiedlichen Begriffen gearbeitet? Basierend auf Sartoris Ansatz der Begriffsanalyse (1984) werden diese Fragen anhand einer Inhaltsanalyse akademischer Texte, in denen der Begriff auftaucht und die im Zeitraum von 1994 bis 2018 erschienen, geprüft (n = 213). Die Ergebnisse zeigen, dass „Hate Speech“ mehrdeutig verwendet wird, obwohl der ursprüngliche Begriff aus der critical race theory in der deutschsprachigen Forschung Eingang findet. Hauptgrund hierfür ist die Gleichsetzung mit online harassment bzw. mit Dysfunktionen in der Online-Kommunikation.

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